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Trauer

Wer jubeln oder jammern möchte, ist hier genau richtig... Der Alltag, die Arbeit, der Chef, die Kinder, das Karma - hier ist dein "Müllabladeplatz" oder auch die Location, um andere an deinem Glück teilhaben zu lassen. Wenn es privater sein soll, benutze bitte die (nicht öffentlich zugänglichen) Läster-Schwästern!

class="first">Trauer

Beitragvon Innui » 09.02.2010, 16:31

Ich hab lange Zeit wenig geschrieben. Das letzte Jahr war sehr hart für mich.
Bei meiner Mama fiel nach langer Krankheitsgeschichte im April letzten Jahres die Lunge zusammen, sie mußte wiederbelebt werden und fiel ins Koma.
Danach kam eine sehr lang und sehr schwierige Zeit für mich und meine Familie, voller Hoffen und Bangen, in der der Zustand immer schlechter wurde (feste Beatmung nach zweiter Wiederbelebung), feste Magensonde, Verlegung auf Neuro-Intensiv, ins Pflegeheim, wieder in die Intensiv-Station. Versuche Sie aus dem Koma zu holen und dann noch einen drauf: MRSA. Aufgrund des Befalls mit diesem Keim ist meine Mama im Juli letzten Jahres gestorben. In all dieser Zeit hab ich Kurse geben müssen, nur in den letzten beiden Wochen, als klar war, was man nicht warhaben wollte und nach der Beerdigung habe ich nicht arbeiten können.

Seitdem fällt es mir immer noch Schwer, Kurse zu geben, Power rauszukehren, wo keine Kraft mehr da ist, zu lachen, wenn einem nicht nach Lachen zu Mute ist. Meine Kurse sind nicht schlecht, aber ich funktioniere irgendwie nur noch.

Wie geht Ihr damit um? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
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>Re: Trauer

Beitragvon jessineu » 09.02.2010, 22:02

Hallo!
Erstmal mein herzliches Beileid-unbekannterweise.Hoffe, Du hast Menschen, die Dir zuhören und wo Du etwas von Deinen Gefühlen lassen kannst.Der Job als "Entertainer" ist in einem solchen Fall wirklich schwer, das kann ich nachvollziehen, auch, wenn ich eine Erfahrung wie diese noch nicht gemacht habe.Solltest Du das Gefühl haben, dass es nicht besser wird, wäre vielleicht ein Coaching oder eine Beratung gut, um sich professionellen Rat einzuholen.Du hattest vielleicht durch Deinen Job gar nicht wirklich Zeit zu trauern, was ja sehr wichtig ist, um die Geschehnisse irgendwann mehr oder weniger hinter sich lassen zu können und wieder ein sinnvolles, gutes Leben führen zu können.
Ich wünsche Dir alles Gute!
Alles kommt, wie es kommen soll.
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>Re: Trauer

Beitragvon Florinda » 11.02.2010, 11:37

Hallo du,

nachdem ich das gerade gelesen habe, und wir uns ja persönlich kennen, wollte ich dir auch mein Beileid ausdrücken, auch wenns schon etwas her ist... :2troest:

Das du dich danach nur noch durch deine - wie viele eigentlich ?- Kurse schleppst ist doch kein Wunder. Klingt für mich auch so wie ein waschechter Burnout!! Da hilft meiner Erfahrung nach nur eines: Runterschrauben. Ich glaube ein Coach würde dir das auch raten. Wieder mehr zu dir finden, Zeit für dich nehmen, deinen Kummer richtig auskurieren...es ist ja, woviel ich weiss nicht nur der Tod, sondern auch die Leidensgeschichte deiner Mutter , die dich so mitgenommen hat, oder?

Auf jeden Fall wünsche ich dir von Herzen alles Liebe!

Herzlichst, von Ilona :winke:
Don't dream it, be it!
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>Re: Trauer

Beitragvon Gitti » 18.02.2010, 11:04

Auch von mir herzliches Beileid.

Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen. Meine Mama wurde letztes Jahr auch schwer krank. Kurz vorher erkrankte mein Schwiegervater an der gleichen Krebsgeschichte und es wurde immer schlimmer. Am Ende des Jahres war der ganze Körper also fast alle Organe betroffen. Meine Mama fiel aufgrund der Geschichte meines Schwiegervaters zustätzlich in ein tiefes Loch. Mittlerweile geht es meinem Schwiegervater den Umständen entsprechend besser, obwohl sie ihn schon mehrfach sterben liesen und meine Mama wurde vollständig geheilt.

Ich war in dieser Zeit zu nichts zu gebrauchen. Manchmal hab ich die Stunden zum Dampfablassen gebraucht - ich hatte u.a. auch Thai Bo Stunden und die haben mir gut getan. Alle anderen Stunden hab ich aber erstmal komplett runtergeschraubt und das kann ich Dir nur raten. Nimm Dir die Zeit die du brauchst und dann steig mit neuer Kraft wieder voll ein.

Alles Gute

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>Re: Trauer

Beitragvon Innui » 31.03.2010, 07:52

Vielen Dank nochmal für Euro lieben Antworten.

Ich weiß, ich sollte mal ne AUszeit nehmen. Ist aber eben nicht so einfach, wenn man damit auch sein Geld verdient. Ich arbeite auf meinen wohlverdienten vierwöchigen Urlaub in Amiland zu...

Aber irgendwie ist das immer allgegenwärtig. Ich hab nach dem Tod meiner Mama auch keinen Yoga - Kurs mehr für mich besucht. Irgendwie hatte ich Angst vor der Entspannungs/Meditationsphase.

Am Samstag war ich dann bei der IFaa auf der Convention und zum Schluß entspannung. Und bie mir sind die Tränen gelaufen, ich hatte Mühe mich irgendwie zu beherschen, damits nicht ganz so peinlich wird :-(

@ Gitti, das mit dem Dampfablassen kenne ich . Ich bin nicht zu genießen, wenn ich ein paar Tage keine Kurse gebe bzw. keinen Sport mache. Mein Mann schmeißt mich dann immer raus und wirft mir die Sporttasche hinterher ;-)

Viele Grüße

Alex
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>Re: Trauer

Beitragvon Krümel » 01.04.2010, 14:27

Ach Innui, das tut mir wirklich leid. Das ist wirklich schlimm und man muß sich auch einfach die Zeit nehmen traurig zu sein.
Beim letzten Todesfall in unserer Familie, der mir auch sehr nahe gegangen ist, haben mir die Kurse eigenltich eher geholfen. Ich habe da natürlich nicht den Clown rausgekehrt, aber ich habe, dadurch daß ich mich auf die Teilnehmer und die Choreo konzentrieren mußte, mal eine Stunde den Kopf quasi woanders gehabt.
Hinterher hab ich oft gedacht: Mensch jetzt hast du mal eine Stunde gar nicht dran gedacht, obwohl es mir sonst den ganzen Tag im Kopf rum ging.
Wichtig ist, daß du irgendwann den Wendepunkt erkennst, an dem du deine Trauer überwindest und dein Leben weiterlebst.
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