War der Sport damals Dein erster Berufswunsch?
"Jein" - eigentlich wollte ich immer Lehrerin - natürlich Sportlehrerin - werden oder Ärztin... So habe ich mich nach dem Abi auch erst einmal für Medizin beworben - der NC hat es sozusagen entschieden, dass ich dann doch Sport, Sportmedizin und Anglistik studiert habe. Muss ich dazu sagen, dass ich es nie bereut habe?
Was war dann zu erst da: Sportwissenschaft oder Aerobic?
Aerobic! Ich war gerade mal 16, als ich mit Begeisterung, Stirnband und Stulpen (inklusive ständigem fürchterlichen Muskelkater) Jane Fonda nacheiferte! Inzwischen konzentriere ich mich ja eher auf das ruhigere, wie Dimitris Koutras immer sagt "schweißfreie" Training.
Wann hattest Du Deinen ersten Convention-Auftritt? Welche Convention war das? Und welche MasterClass durftest Du geben?
Ui, das ist schwierig...Das war 1994 der IFAA-Kongress in Nußloch im Racket Center oder in St.Leon im Harres - weiß ich gar nicht mehr so ganz genau - mit "Funktionsgymnastik".
Erzählst Du uns Dein schönstes Erlebnis auf der Bühne?
Es ist immer faszinierend und ein ganz besonderes Gefühl auf der Bühne zu stehen, zufrieden lächelnde Gesichter in der Menge zu sehen und zu spüren, dass etwas zurückkommt... Wenn man dann nach dem Kurs von der Bühne geht und mit sich zufrieden ist, ist dies das schönste Erlebnis. Außerdem freue ich mich immer sehr über die vielen E-Mails an den folgenden Tagen mit "Dankeschöns" und Bitten um Stunden-Skripte...
Und auch Dein schrecklichstes?
Das war 1994 auf dem IFAA-Kongress in Berlin (tatsächlich auch "Funktionsgymnastik"). Ich ließ mich - noch etwas unerfahren - von einer Teilnehmerin (die dachte sie wüsste das wohl alles besser als ich und anfing mit mir zu diskutieren und, egal was ich erklärte, immer entsetzt den Kopf schüttelte) derart verunsichern, dass ich mir schwor: Nie mehr Berlin! Im Nachhinein ist das natürlich eher lustig, denn einige andere Kollegen, darunter echte Superstars wie Mike Bee, Staffan Perman, Oscar Tela und Christin Jungbeck wurden in ihren Kursen von eben derselben Dame auch durch ihr auffallendes Verhalten höchst irritiert.
Deine Unterrichtserfahrung ist ja sehr breit gefächert: Aerobic, Rückenschule, Qigong, etc... Was unterrichtest Du am liebsten?
Tatsächlich unterrichte ich momentan überhaupt keine Aerobic-Kurse mehr. Ich konzentriere mich auf ruhigere Kurse, wie eben WSG und Qigong. Das tut mir einfach seeehr gut! Mein Körper hat nun so viele Jahre powern müssen - ich habe mit 3 Jahren mit dem Turnen begonnen und immer viel Sport gemacht - dass er jetzt etwas mehr Ruhe und Entspannung verdient hat. Wer weiß, vielleicht packt es mich ja in 10 oder 20 Jahren wieder...
Wie kamst Du zu Qigong?
Mein TCM-Arzt Dr. Greten hat mir vor vielen Jahren dringend dazu geraten. Er sagte mir, ich bräuchte einen Ausgleich zur Fitnessbranche. Ich war sofort von der Wirkung des Qigong so begeistert und überzeugt, dass ich mich gleich zur Qigong-Ausbildung angemeldet habe und es an Andere weitergeben wollte. Nun kann ich beide Bereiche miteinander verbinden...
Wie war für Dich die Erfahrung gemeinsam mit Haki Kadria das Buch über den Kabelzug als Funktionelles Training und Therapie zu schreiben?
Zunächst einmal war es natürlich harte Arbeit! Aber es hat sich gelohnt. Wir sind beide auch sehr stolz auf unser Werk und freuen uns über die tolle Resonanz! Wenn also jemand Interesse an unserem Buch "Kabelzug - Funktionelles Training & Therapie" hat, bitte melden unter glock-grimmeisen@t-online.de!!!
Sind noch weitere Buchprojekte von Dir zu erwarten?
Ja! Schon bald...
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Group-Instructor aus?
Fachkompetenz, Einfühlungsvermögen, Spaß an der Arbeit!
Viele Group-Instructors sind ehrgeizig und möchten sich auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren oder sich über weitere Themenbereiche, Kursformate, etc. fortbilden. Welchen Bedarf wird es in Zukunft Deiner Meinung nach im Fitness- bzw. Kursbereich geben?
Die ruhigeren Kurse, alles was mit "Body&Mind", Entspannung, Wellness zu tun hat, werden immer beliebter. Meine "Montags-Wellness-Mix-Gruppe" möchte am liebsten nur noch Qigong machen - vorsichtshalber bringen sie immer ihre dicken Socken mit...
Im Fitnessbereich wird neben der Prävention sicherlich die Rehabilitation zukünftig eine noch größere Rolle spielen als bisher.
Was möchtest Du noch in den nächsten Jahren erreichen?
Ich bin mit meiner Arbeit sehr zufrieden - möchte nichts ändern, sondern noch viele Jahre so weiter machen können. Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg...
Was ist Dein Lebensmotto?
Ich hatte noch nie ein bestimmtes Lebensmotto. Eher Lebensziele: Gelassenheit, Zufriedenheit, Toleranz, Lebensfreude, Gesundheit...
Die Aerobic Company bedankt sich für dieses Interview!
Herzlichen Dank für das Interview! Es hat richtig Spaß gemacht. Liebe Grüße, Christiane |