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Wieviel Körperfett ist gesund?

von Dipl. oec. troph. Tine Weitkamp

 

Entgegen vieler irriger Meinungen existieren keine Studien, in denen der Effekt des Körperfettanteils auf die Sterblichkeitssrate des Menschen gemessen wurde.

 

Dadurch bedingt gibt es keine fundierten, allgemein akzeptierten Grenzwerte für den Körperfettanteil des Menschen. Es wurden im Laufe der Zeit viele Empfehlungen herausgegeben, die aber alle rein rechnerisch entstanden sind.

Es gibt aber drei große Studien, die den Effekt des Körpergewichtes auf die Sterblichkeitsrate des Menschen untersucht haben. Zwei dieser Studien umfassen mehr als 750 000 Probanden, eine sogar fast die gesamte Bevölkerung Norwegens (1,8 Millionen Probanden).

 

Alle diese Studien haben das folgende ergeben: Die beste Überlebenschance haben Menschen mit einem BMI zwischen 20 und 25.

Diese BMI-Werte werden aufgrund dieser Studien von allen führenden Gesundheitsorganisationen (WHO, NIH, DGE) als empfehlenswert erachtet [1].

 

Im Jahre 2000 wurde eine weitere Studie veröffentlicht, in der der BMI und der durch zwei verschiedene Methoden gemessene Körperfettgehalt von 1626 Menschen ermittelt wurde. Obwohl es nicht Ziel dieser Studie war, Richtwerte für den Fettgehalt des Menschen zu ermitteln, lassen die Ergebnisse trotzdem diesbezügliche Schlüsse zu.

 

Wenn ein BMI zwischen 20 und 25 die längste Überlebenszeit garantiert, kann man annehmen, dass der durchschnittliche Fettgehalt von Personen dieser BMI-Gruppe ein gesunder Fettgehalt ist. Somit werden von vielen Organisationen die in dieser Studie ermittelten Fettgehalte der BMI-Gruppe 20-25 als die gesunden Fettgehalte angesehen. Diese liegen bei Frauen zwischen 21 und 33%, bei Männern zwischen 8 und 20 %. Die Werte steigen mit dem Alter an.

 

Einfach ausgedrückt nimmt man an, dass diese Studie den Bogen schlägt zwischen der Sterblichkeitssrate des Menschen und seinem Körperfettgehalt, indem die Ergebnisse der o. g. Studien mit den durchschnittlichen Körperfettgehalten der einzelnen BMI-Gruppen vergesellschaftet wurden [2].

 

Bis zur Veröffentlichung von Studienergebnissen, die eine echte Korrelation zwischen dem Körperfettgehalt und der Sterblichkeit aufzeigen, können die Ergebnisse der Studie von Gallagher et al. als die verlässlichsten und somit vermutlich gültigen Richtwerte angesehen werden.

 

Wann immer andere Werte auftauchen, sollten sie genauso kritisch bezüglich ihrer Entstehung und der dahinter stehenden Idee der Berechnung betrachtet werden. Nur so kann entschieden werden, ob diesen Werten eine logische Überlegung zugrunde liegt und ob sie somit vertrauensswürdig sind.

 

 

1. Bray, G. A. & Gray, D. S. (1988) Obesity. Part I--Pathogenesis, West J Med. 149, 429-41.

2. Gallagher, D., Heymsfield, S. B., Heo, M., Jebb, S. A., Murgatroyd, P. R. & Sakamoto, Y. (2000) Healthy percentage body fat ranges: an approach for developing guidelines based on body mass index, Am J Clin Nutr. 72, 694-701

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