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Was heißt "Kreuzschneiden"?

Kreuzschneiden oder "gekreuzter Schnitt" bzw. "gekreuzte Teilung" ist eine Schneidetechnik, die die Teilnehmer oft mehr verwirrt, als sie nützt.

Man sollte sich also vorher wirklich genau überlegen, ob man nicht einfacher ans Ziel kommt.

Es gibt natürlich jede Menge Beispiele von Choreographien, wo sich der Einsatz des gekreuzten Schnittes lohnt. Insofern ist es vielleicht nicht von Nachteil, wenn die Teilnehmer dieses Aufbauprinzip schon von einfacheren Schrittmustern her kennen (wo es vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre).


Prinzip des gekreuzten Schnittes

Das Prinzip des gekreuzten Schnittes:

Die Choreographie teilt sich z.B. in die Teile A-B-C-D

Diese Teile können z.B. jeweils 8 counts haben. Es ist aber durchaus üblich und reizvoll, mit anderen Zählzeiten für die Teile A, B, C und D zu arbeiten. Teil D ist übrigens oft "nicht da", also 0 counts.

 

Der gekreuzte Schnitt vertauscht jetzt die Reihenfolge der Teile, also

A - C - B - D

(natürlich ist auch jede andere Verkreuzung möglich, aber in der Regel verwirrt es, wenn der Startschritt einer Kombi vertauscht wird, A sollte also A bleiben)


Verständnisbeispiel

Ein Verständnisbeispiel

(Achtung: Hier macht der Einsatz des gekreuzten Schnittes natürlich keinen Sinn, der direkte Aufbau der Endversion wäre viel einfacher...)

 

Ausgangskombi:

 

Teil A: 8 ct. Repeater 3

Teil B: 8 ct. 2 Over the top

Teil C: 8 ct. 2 Mambo Chachacha am Boden

Teil D: 8 ct. 2 Leg Curl

 

-> gekreuzter Schnitt -> Endprodukt

 

Teil A: 8 ct. Repeater 3

Teil C: 8 ct. 2 Mambo Chachacha am Boden

Teil B: 8 ct. 2 Over the top

Teil D: 8 ct. 2 Leg Curl

 

Gähn... hier ist der Einsatz des gekreuzten Schnittes schlichtweg überflüssig.

Aber schon durch eine andere "Einteilung" der Kombi in A, B, C und D wird es ein wenig spannender:

 

Ausgangskombi (identisch mit oben, nur anders eingeteilt):

 

Teil A: 12 ct. Repeater 3 + 1 Over the top

Teil B: 4 ct. 1 Over the top

Teil C: 8 ct. 2 Mambo Chachacha am Boden (Südseite vom Step)

Teil D: 8 ct. 2 Leg Curl

 

-> gekreuzter Schnitt -> Endprodukt

 

Teil A: 12 ct. Repeater 3 + 1 Over the top

Teil C: 8 ct. 2 Mambo Chachacha am Boden (Nordseite vom Step)

Teil B: 4 ct. 1 Over the top

Teil D: 8 ct. 2 Leg Curl


Beispiel mit der Struktur 8-8-8-8

Ein einfaches Beispiel mit der Struktur 8-8-8-8, wo der Einsatz des gekreuzten Schnittes Sinn macht:

Ausgangskombi:

Teil A: 8 ct. Super kompliziert, endet auf der Nordseite vom Step.

Teil B: 8 ct. ziemlich einfach, bringt dich wieder auf die Südseite.

Teil C: 8 ct. wieder superkompliziert, endet auf der Nordseite vom Step.

Teil D: 8 ct. ziemlich einfach, bringt dich wieder "nach Hause"

-> gekreuzter Schnitt -> Endprodukt:

Teil A: 8 ct. Super kompliziert, endet auf der Nordseite vom Step.

Teil C: 8 ct. superkompliziert, beginnt Nord, bringt dich wieder "nach Hause"

Teil B: 8 ct. ziemlich einfach, bringt dich nach Nord.

Teil D: 8 ct. ziemlich einfach, bringt dich wieder nach Süd.

Der Vorteil des Einsatzes von Kreuzschneidetechniken besteht hierbei darin, dass du die schwierigen Schritte völlig flüssig auf der "braven" Stepseite aufbauen kannst, immer mit Blick zum Spiegel.

Ein Aufbau von der Nordseite würde dich zwingen, am hinteren Ende des Raums noch ein Step aufzustellen, und dann ständig nach hinten zu jumpen, um dort "vormachen" zu können.

Nach dem Schnitt bleiben die einfachen Teile B und D am Ende der Choreographie stehen und du kannst dann in Blickrichtung Spiegel beliebig weiter daran herumbasteln.


Überraschende Ergebnisse durch Kreuzschnitt

Ein weiteres Beispiel, wie man durch Kreuzschneiden zu überraschenden Ergebnissen kommen kann:

Ausgangskombi:

Teil A: 4 ct. Basic RL aufs Step, RL am Step-Ost-Ende absteigen, Blick West

Teil B: 12 ct. Basic RL aufs Step, RL auf der Nordseite absteigen, Blick Süd

2 Leg Curl Straddle wieder nach Hause.

Teil C: 16 ct. Repeater 3 + 2 Over the top

Teil D: 0 ct. (dieser Teil existiert nicht)

 

-> Kreuz-Schnitt -> Endprodukt:

 

Teil A: 4 ct. Basic RL aufs Step, RL am Step-Ost-Ende absteigen, Blick West

Teil C: 16 ct. Repeater 3 (am kurzen Ende, Blick nach West) + 2 Over the top (= eigentlich "Across the top") längs über den Step mit der klassischen Over-the-Top Drehung

Teil B: 12 ct. Basic LR aufs Step, LR auf der Südseite absteigen, Blick Süd

2 Leg Curl ohne Straddle.

Teil D: 0 ct. (dieser Teil existiert immer noch nicht)

 

Durch den Schnitt fällt übrigens ein Frontwechsel weg - daher müssen zeitgleich die 2 Leg Curl Straddle durch 2 Leg Curl ohne Straddle ersetzt werden. Wer's genau wissen will, warum -> steht weiter unten auf dieser Seite...)


Vorteile des Kreuzschnitts in obigem Beispiel

Der Vorteil durch den Einsatz der Kreuzschneide-Technik liegt bei obigem Beispiel im wesentlich einfacheren Aufbau:

 

- die Schrittfolge "Rep 3 an der kurzen Stepseite + 2 Across the top mit halber Drehung" ist äußerst dämlich aufzubauen, denn wenn du einen flüssigen Aufbau möchtest, musst du zuerst mal irgendwie an die kurze Seite des Steps als Grundposition kommen.

- außerdem sind die Teilnehmer den Aufbau rechts und links gewöhnt, aber keinesfalls den Aufbau erst Richtung Raumhinterseite und dann Richtung Spiegel

- in diesem speziellen Beispiel dient das Kreuzschneiden außerdem dazu, den Teilnehmern die verfluchten Taps auszutreiben... bei Over the top macht heutzutage kein Teilnehmer mehr einen Tap... Aber versuch mal "Across the top" mit halber Drehung ohne Tap aufzubauen...

Die allermeisten Teilnehmer werden instinktiv Across the top nach rechts - TAP - Across the top nach links - TAP- machen!

Dies ist durch diese spezielle Aufbaumethode unterbunden, da als Vorschritt von Across the top ein Over the top eingesetzt ist - erst durch den Schnitt wird daraus ein Across.


Ein "verlorener" Frontwechsel durch Kreuzschneiden...

Wer es ganz genau wissen möchte: In obigem Beispiel ist durch das Vertauschen der einzelnen Einheiten ein Frontwechsel "verloren" gegangen - warum eigentlich?

Die Basics mit Absteigen zur kurzen Seite des Steps stellen einen Positionswechsel um 90° dar. Zwei davon ergeben 180°, also einen Wechsel von Süd nach Nord.

Durch den Kreuzschnitt wird jetzt aber ein Beinwechsel zwischen diese beiden Positionswechsel eingeschoben ->

Positionswechsel 90° auf rechts - dann Beinwechsel-Element - Positionswechsel -90° auf links - ergo ergeben die beiden Schritte nach dem Kreuzschnitt in der Summe einen Positionswechsel von 0°

 

Arbeitest du in deiner Kombi mit 180° Positionswechseln, tritt dieser Effekt nicht auf, denn

180° + 180° = 360° = 0° und

180° -180° = 0° - also ist es einfach egal!


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