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Nicht überall wo Latino draufsteht ist auch Latino drin...

Wenn in den Kursräumen temperamentvolle, exotische Klänge aus den Boxen ihren Weg in die Ohren des Publikums finden und Hüften wie Schultern in alle Richtungen zu wackeln beginnen, kann das nur eine “Latin - Aerobic” - Stunde sein.

Dabei handelt es sich mittlerweile nicht mehr nur um eine vorübergehende Laune der Aerobic-Szene, sondern um einen ganz neuen eigenständigen Fitnesstrend.

“Latin” darf auf keinen Kursplan mehr fehlen. Doch ist auch überall Latin drin wo es draufsteht?

Man bedenke das diese Lateinamerikanischen Tänze in ihrer Fröhlichkeit, Erotik und ihrem Temperament extrem ausdrucksstark sind und somit doch einen anderen Anspruch an die/den KursleiterIn wecken.




Geschichtliches

Ursprünglich stammen die “echten” Latino-Tänze (z.B. Rumba, Mambo) aus Afrika.

Dort dienten diese Tänze als Kriegs- und Fruchtbarkeitstänze oder sie wurden zu feierlichen Anlässen inszeniert.

Durch den Sklavenhandel im 17. und 18. Jahrhundert kamen mit den Afrikanern auch deren Tänze u.a. nach Südamerika.

In Europa kamen diese erst in den 20er und 30er Jahren an.

Besondere Erkennungsmerkmale der Lateinamerikanischen Tänze sind ausgeprägte Körper- und Armbewegungen sowie auffällige Hüftaktionen.

Die Musik ist stark rhythmisch. Es gibt sie in klassischer Form - von großen Orchestern gespielt - oder auch in Pop- und Disco-Sound.

Im Aerobic landeten die Latino-Elemente in den späten 90er Jahren...


Wo finde ich die Schritte?

Die im folgenden Text erwähnten Schritte findest du hier bei Aerobic Company auch erklärt unter "Latino-Dance Schrittlexikon"

Viel Spaß beim Ausprobieren vor dem PC :-)



Latino im Kursraum - Warm Up

Wie kriegt man nun also Latino-Feeling in die Aerobic-/Step-Stunde?

Das WarmUp - Bereits hier sollte den Teilnehmern klargemacht werden, das es sich in den folgenden 60 Minuten um einen Ausflug in die Länder der Sonne, Lebensfreude und Rhythmik handeln wird.

Aus jedem “Standard-Aufwärm-Programm” lässt sich ein “anregendes” Latino-Intro zaubern:

Nicht mehr nur die Füße, Arme und sonstige “Standard-Gelenke”, sondern auch speziell Hüfte und Schultern erhalten erhöhte Aufmerksamkeit - und das auf erotischste Art und Weise!

Wackeln und Schütteln, Schütteln und Wackeln und während so weiter geschüttelt und gewackelt wird, zaubert sich doch tatsächlich eine Spur der bereits erwähnten Lebensfreude in Form eines Lächelns in jedes Gesicht, während die Klänge Brasiliens mehr und mehr in die Blutbahnen der Teilnehmer fließen.

Ein paar wenige Beispiele für unsere Latina’s und Latino’s:

- Ein- und Ausatmen: Hüfte wiegt im Rhythmus, Hände werden “ausgeschüttelt”

- Herantasten an das Hüftewackeln mit Mobilisierungs-Übungen nach links, rechts, vorne, hinten, im Kreis (natürlich alles im Rhythmus)

- Step Touch? Single?, Double? Null problemo: Hüfte vor und rück, und Schultern wackeln, beides gleichzeitig - und schon beginnt das Verknoten

- “Tap up and down” am Step? Anstatt 1x klatschen wie gewohnt, im doppeltem Tempo 2x klatschen oder einen Samba daraus machen (aber im WarmUp genügt wohl ein normaler “Tap up and down“)

- Knee lift: gehobenes Bein etwas nach innen drehen (Innenseite nach oben), die Arme im “V” mit hochnehmen

- Mambo’s in allen Variationen und Richtungen - Hüfte nie vergessen!

Beim dynamischem Dehnen genügt es bereits nur die gewohnten Armbewegungsfolgen zu verändern:

z.B. geöffnete Handflächen oder lockere Armhaltungen (keine typische “Aerobic-Spannung” aufkommen lassen)


Latin-Feeling beim Aufbau der Kombi

Hüfte und Schultern sind immer dabei - bei einem mehr, beim anderem weniger, alles Konzentrationssache.

z.B.:

- Basic oder V-Step: Hüfte wiegt mit

- beim Straddle geht die Hüfte mehr vor und rück mit, oder nur die Schultern wackeln

- genauso beim March, wackeln und schütteln, schütteln und wackeln

- hier und da ein kick-ball-change, ein Cha-Cha-Cha oder Mambo eingefügt

- ein Knee-Repeater wird in einen “Elvis-Knee-Twister” abgewandelt

- Arme weitmöglichst mit einbeziehen, oder jeden “freestyle” mitmachen lassen

- beim Leg Curl die Ferse etwas energischer hochwerfen

- der Kick ist kein “kick it like Beckham” sondern ein “sexy kick”!

Schon kann nichts mehr schief gehen!

Jeder “normale” Aerobic- und Step-Schritt lässt sich unauffällig in eine pulsierende Bewegungsabfolge verwandeln.

Die Kombi muss nicht schwer oder kompliziert sein, Hauptsache die Teilnehmer genießen ihren Ausflug in ein temperamentvolles Land voll rhythmischer und erotischer Klänge.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!


Latin-Cool-Down

Ein etwas langsamerer Song, aber die Hüfte wiegt trotzdem noch mit.

Ein sexy “March am Platz” mit mitdrehender Hüfte,

ein Mambo vor und rück, ein Rumba, usw. und die Hüfte kann schon gar nicht mehr anders.

Die Armführungen beim Ein- und Ausatmen sind graziös, anmutig; kreisende Schultern schenken dem Schultergürtel Erholung, während die im Alltag errungenen Nackenverspannungen wie weggeblasen sind.

Das statische Dehnen ähnelt dem Sonnenbad am Strand und wer jetzt noch schlechte Laune hat, hat selber Schuld!

IV Musik

Geschmäcker sind meist verschieden und die Aerobic-CD-Anbieter verkaufen unterschiedlichste “Latin-Musik”.

Wer ausschließlich lateinamerikanische Rhythmen für seine Kursstunden verwenden möchte, dem sei die Latin-Serie von SolidSound empfohlen.

Es gibt auch diverse andere Anbieter, welche gerne Ricky Martin oder auch andere House- und Pop-Songs aus den aktuellen Charts mit brasilianischen Klängen untermalen - was etwas dem exotischem Gefühl an Qualität abverlangt.

Denn wie das Thema schon sagt: nicht überall wo “Latino” draufsteht ist es auch drin!


Spaß, Fun, Fitness

Spaß, Fun, Fitness, Fettverbrennung, gestraffte Figur, Gewinn an Körperausdrucksstärke und erotischer Ausstrahlung - alles Nebenwirkungen für die wir als Trainer und Trainerinnen nicht haften, sich aber auch niemand beschweren wird.

Probier doch einfach mal, Latin-Elemente in deine Kurse zu integrieren - du wirst vom Erfolg überrascht sein!


Schrittlexikon: Jive

Vollständigkeitshalber wäre auch der Jive zu erwähnen:

Ursprung: afroamerikanisch

Ein Tanz zum unbeschwerten Toben entwickelte sich aus Rock’nRoll, Boogie, Blues u.a.

Tanz:

Wiegeschritt (Rock) und Wechselschritt (Chasse) mit Rollen der Hüften sind die Hauptmerkmale.

Der Rock ist ein kleiner Schritt nach hinten, bei dem die Ferse gesenkt wird, aber den Boden nicht berührt, und ein betontes Aufsetzen des vorderen Fußes. Eine Variation wäre z.B. der “kick-ball-change” mit einem Kick, wie der Name schon sagt.

Der Chasse verkörpert hier eine Folge von 3 Schritten mit leichtem Bouncen in Fuß- und Kniegelenken. Je schneller die Musik, desto kleiner der Chasse.

Auch hier gibt es verschieden Variationen, z.B. mit gekreuzten Schritten oder mit einem langsameren Schritt.

Die Armhaltung ist eher entspannt.


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