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Essstörungen

Magersucht und Bulimie – wenn Essen das Leben kontrolliert

Oder anders: wenn die Seele brennt...

Alexandra Eckert

Nach Weihnachten und Silvester – den Tagen der „Völlerei“ mehr denn je ein Thema..

Doch was steckt dahinter? Wann ist man tatsächlich essgestört?

Essen oder nicht – eine Frage die sich „Essgestörte“ täglich, ja fast jede Minute ihres Tages stellen. Der ganze Tag, das ganze dasein, es dreht sich immer mehr ums Essen.


Keine Ess-Störung

Keine Ess-Störung,

sondern Genuss.


WICHTIG!!!

Wichtiger Hinweis - in eigener Sache:

Am oberen Bildschirmrand finden sich Anzeigen. Diese werden von einer Agentur gebucht, wir haben KEINEN EINFLUSS darauf.

Durch das Thema dieser Seite erscheinen dort immer wieder "Abnehmen"-Anzeigen von irgendwelchen Wunderpillen etc.

Von diesen Anzeigen distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich.

Wir arbeiten an einer Lösung dieses Problems.

Teilweise erscheinen aber auch sehr kontextbezogene Anzeigen, z.B. für Therapie-Angebote, die durchaus nützlich sein können.

 


Begriffsklärung

Simpel definiert liegt eine Essstörung vor, wenn ein Mensch nicht das isst, was sozial oder ernährungspsychiologisch als angemessen gilt – sei es im normalen Alltag oder bei besonderen Gelegenheiten.

Das heißt:

- ein Mönch, dessen Ordensregel ihm vorschreibt, nur zwei Mahlzeiten am Tag zu essen, hat keine Essstörung, ein junges Mädchen, das es ablehnt, mehr als sehr kleine Mengen Nahrung zu sich zu nehmen, dagegen schon.

- eine Essstörung liegt auch vor, wenn wir dem Körper nicht erlauben, die aufgenomme Nahrung richtig zu verarbeiten.

- Essensverweigerung oder Völlerei ohne „guten“ Grund deuten auf eine Störung hin, bei der Essen zum Kampfmittel wird.

Dabei gibt es verschiedene Formen der Ess-Störung:

- Bulimie, bei der nur Essanfälle vorkommen

- Bulimia nervosa, bei der man Eßanfällen erliegt und ihrer Wirkung mit Erbrechen, Abführen, Fasten oder Fitneßtraining entgegen steuert

- Anorexia nervosa , Magersucht, Gewichtsverlust durch zu geringe Nahrungsaufnahme.

- Fettsucht

Eins haben alle gemeinsam – die Sorgen um ihr Gewicht. Sie alle entwickeln ein ähnliches Verhalten an den Tag um es zu kontrollieren. Mehr als die Hälfe aller Magersüchtigen entwickelt sich später zum Bulimiker.


Magersucht und Bulimie

Der entscheidende Unterschied zwischen Magersüchtigen und Bulimikern ist das aktuelle Gewicht. Während Magersüchtige extrem untergewichtig sind, fallen Bulimiker zunächst nicht auf, da das Gewicht trotz häufiger Eßanfälle in einem relativ normalen Bereich liegt.

Und alle quält die Sorge um das eigene Gewicht, die extreme Angst dick zu werden. Der eigene Körper in dem man sich nicht wohl fühlt. Man setzt Schlanksein mit Schönheit, Gesundheit, Willenskraft und Selbstkontrolle gleich.

Magersüchtige versuchen sich oft selbst zu beweißen, wie sehr sie sich unter Kontrolle haben. Das hat zur Folge, das der Körper nach einiger Zeit vergessen hat, wie sich „Hunger“ anfühlt.

Bulimiker verlieren diese „Selbstkontrolle“ und hassen sich dafür nachher um so mehr und suchen immer neue Möglichkeiten, um sich dafür zu bestrafen, um nicht zuzunehmen: extremer Sport, Mißbrauch von Abführmitteln, ständiges Erbrechen.

Die Körperwahrnehmung ist gestört, der Körper wird nicht akzeptiert. Die wenigsten machen sich noch Gedanken um ihre natürliche Figur. Ihr Streben nach Schlankheit wird von den anderen gesteuert. Noch ein Kilo weniger und ich fühle mich besser. Und dann noch ein Kilo weniger und ich werde Hübscher sein, noch ein Kilo weniger und ich habe mehr Erfolg in Schule, Beruf oder meiner Beziehung.

Als Außenstehender fragt man sich oft – warum?

Die Ursachen für das vollstopfen und erbrechen sind komplex. Zu komplex um sie alle beschreiben zu können. Oft dient Bulimie als Entschuldigung für Dinge, die man nicht tun kann oder will. Oder ein Eßanfall dient einer Problembewältigung. Der Eßanfall hilft über eine Leere hinweg, spendet Trost, wenn man sich ungeliebt und unsicher fühlt. Man stopft sich voll, weil man das Gefühl hat, nicht ernst genommen zu werden, man sich unglücklich fühlt. Während andere aus Hobbies und anderen Aktivitäten Freude und Anerkennung beziehen oder es genießen, alleinzusein, spazierenzugehen oder zu schlafen, verbringen Bulimiker einen Großteil ihrer Freizeit achtlos essend vor dem Fernseher.

Oder man benutzt Bulimie/Magersucht (bzw. das Unwohlbefinden das daraus erwächst)als Ausrede, Einladungen abzulehnen, wenn man keine Lust darauf hat oder Angst davor.

Oft wird es auch als Ausrede benutzt, sich keinen besseren Job zu suchen, die Eßstörungen behindert den Erfolg.

Dabei würde man sehr gerne vorankommen. Doch wenn Ihre Gedanken ständig ums Essen, seine Wirkung und seine Zubereitung kreisen, bleibt wenig Zeit und Energie für andere Dinge übrig.


Gesundheitliche Folgen

Und die gesundheitlichen Folgen bleiben nicht aus:

- durch häufiges Erbrechen können die Speicheldrüsen anschwellen, sich entzünden

- bei Bulimikerinnen, die untergewichtig oder gestreßt sind, kann die Regelblutung ausbleiben

- die Säure im Erbrochenen führt zu Schwund des Zahnschmelzes, Zahnschäden sind die fast sichere Folge

- oft Halsschmerzen und eine rauhe Stimme

- bei jedem Erbrechen geht mit dem Erbrochenen eine erhebliche Menge an Magensäften ab, der Körper kompensiert diesen Verlust, in dem er Kalium ausscheidet, Abführmittel bewirken einen direkten Kaliumverlust. Über einen längeren Zeitraum hinweg kommt es dadurch zu Störungen des Wasserhaushalts und des elektrolytischen Gleichgewichts im Körper.

- Da der Körper für das effiziente Zusammenspiel der Nerven und Muskeln unter anderem Kalium braucht, führt Kaliummangel auch zu Muskelschwäche. In extremem Fällen können die Herzmuskelkontraktionen beeinträchtigt sein.

Es wurde schon oft in diesem Forum diskutiert, wie man Menschen begegnet, von denen man glaubt, daß sie unter Essstörungen leiden oder auf dem besten Weg dorthin sind.

Ich persönlich finde es wichtig immer wieder zu betonen, daß ein vernünftiges Programm aus Sport und ausgewogenen Mahlzeiten die beste Möglichkeit sind.

Ich glaube auch, daß wir als Trainer eine gute Möglichkeit haben, etwas mit Spaß und vor allem in Gesellschaft zu vermitteln, was Essgestörten abhanden gekommen ist –

Das Wohlfühlen im eigenen Körper.

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