Wann war Dir zum ersten mal klar das eines Tages Tanz und Choreographie Deinen Lebensmittelpunkt darstellen werden?
Einen genauen Zeitpunkt gibt es eigentlich nicht. Ich habe mich da irgendwie reinentwickelt. Ich habe in meinem Leben immer nach einer Alternative zum Tanzen gesucht um nicht eines Tages dazustehen und zu fragen: "was wäre, wenn ich etwas anderes arbeiten würde?“ Aber bisher habe ich nichts gefunden das mir so viel Kraft gibt und mir so viel Spaß macht wie mich mit Musik auszudrücken. Egal ob es die einfache Aerobic Class oder die ausgeklügelte Tanz-Choreographie ist.
Was hatte Dich motiviert diesen Lebensweg einzuschlagen?
Die größte Motivation kommt mit Sicherheit von meinen Kursteilnehmern die mich immer wieder zu neuen Taten inspirieren und der Beweis dafür sind dass das was ich mache anderen unendlich viel Spaß macht.
Was war Deine allererste Choreographie die Du in Deinem Leben „erschaffen“ hast? Kannst Du Dich daran noch erinnern?
Oh ja, ich erinnere mich noch ganz genau an mein "Erstlingswerk". Ich bekomme heute noch einen Schreianfall wenn ich diese Choreographie sehe und im nächsten Moment bin ich wieder so froh das sich das Tanzen in all den Jahren enorm entwickelt hat. Es war eine Show auf MC Hammer "Can´t touch this".
Welche Ausbildungen hast Du bis heute abgeschlossen?
Ich habe eine abgeschlossene Tanz-Ausbildung und da ich schon für mehrere Verbände gearbeitet habe, habe ich natürlich auch bei jedem Verband die entsprechenden Grund-, und Aufbau-Kurse besucht um über die Inhalte informiert zu sein. Aerobic, Step, Thai Bo.... eigentlich alles.
Welche davon war Deine aufregendste Ausbildung?
Ich war fast 2 Jahre bei Safs und Beta Ausbilder für Thai Bo oder X Do wie es heute genannt wird. Das war eine Zeit in der ich viel von unseren asiatischen Assistenten gelernt habe und in der ich mal kreative Pause machen durfte. Ich habe 6 Tage die Woche ausgebildet und bin mit vielen interessanten Menschen zusammen gekommen.
Auf welcher Convention durftest Du in Deutschland zum ersten Mal auf der Bühne stehen? Wie fühltest Du Dich vorher - und nachher?
Meine erste Convention war bei der IFAA. Ich bin für einen Presenter eingesprungen der krank war. Vorher war ich aufgeregt und nachher total frustriert. Ich habe nämlich nicht gecheckt das auf der Bühne "face to face" spiegelverkehrt bedeutet. Ich hebe den rechten Arm und die Teilnehmer den linken... immer wenn ich mich rumgedreht habe, hatten die Teilnehmer den falschen Arm oben. Chaos pur. AJ Green hatte meinen Kurs angeschaut und mir danach erklärt was ich falsch gemacht habe............. Ich bin in Grund und Boden versunken.
Was möchtest Du in erster Linie Deinen Teilnehmern in Deinen Workshops vermitteln?
Spaß, Spaß und nochmals Spaß. Natürlich möchte ich auch versuchen meine Teilnehmer in eine neue Dimension von Bewegung zu ziehen. Nicht das was sie immer machen oder was sie blind können. Neue Bewegungen die den Körper fordern und doch am Schluss so rund laufen dass man meint, man hätte sich schon immer so bewegt. Was bedeutet Musik für Dich? Musik ist für mich wie für den Motor das Benzin. Ohne funktioniert eben nix. Musik unterstützt uns in allen Lebenslagen.
Hast Du ein Vorbild?
Oh ja, viele. Nicht nur aus der Musik oder Tanzszene. Schriftsteller, Schauspieler, es gibt viele Leute die ich für ihre Fähigkeiten schätze. Der Film „Street Style“ hat wieder viel Interesse an Breakdance & Co. geweckt....
Glaubst Du das irgendwann auch Breakdance in den Studioalltag Einzug halten wird?
Nein, mit Sicherheit nicht. Breakdance ist etwas für die "Straße". Da kommt es her und da wird es auch bleiben. Breakdance hat etwas mit einem bestimmten Lebensgefühl zu tun. Es wird mit anderen Gangs in U-Bahn Schächten "gebattlet", die Musik ist "tough" und die Kids die es tanzen, müssen enorme körperliche Fähigkeiten haben.
Wie kamst Du im Jahr 2000 zu der Tätigkeit als Fitness-Berater bei der Zeitschrift "BRAVO SPORT"?
Ich hatte eine Musik Gruppe namens „O Dance“ und wir waren öfter bei der Bravo in München zum Foto-Shooting. Da habe ich einem Redakteur von unseren Tanzbetonten Shows erzählt und das ich als Fitness-Instructor arbeite. Damals war die Geburtsstunde der Bravo Sport und sie fragten mich ob ich die Fitness-Doppelseite gestalten möchte.
Wofür steht der von Dir gegründete „Buster Groove Dance Club“?
Der BGDC ist ein Zusammenschluss von Tanzschulen welche den Bereich Video Clip Dance in Deutschland abdecken. Die Gründung von „SunnyMedia“ in diesem Jahr war von Dir eine sicherlich gut und lang überlegte Aktion.
Wann entstand zum ersten Mal der Gedanke an „SunnyMedia“?
Die Grundzüge waren ja schon mit Buster Groove gelegt aber ich wollte gerne mein eigener Herr und Meister sein. Bei BGDC hatte ich einen Partner und wir haben sehr lange zusammen gearbeitet. Doch irgendwann kamen von ihm keine kreativen Impulse mehr und ich dachte ich muss mich irgendwie verändern. So entstand sunnymedia.
Beschreibe kurz „SunnyMedia“ - was sind die Ziele von „SunnyMedia“?
Ich möchte gerne eine Plattform für Tänzer und Choreographen bilden. Ich habe selbst jahrelang Choreographie Videos aufgenommen und an die Tanzschulen verschickt. Jetzt möchte ich meine Kontakte auch anderen kreativen Leuten zugänglich machen. Ich habe schon mit Sean Cheeseman gedreht (Choreograph für Michael Jackson, No Angels, BROSIS,...) mit Ibo Sadic (Hip Hop Weltmeister) Anja Tramnitz, .......... Wir produzieren Tanz DVD´s und verschicken diese mittlerweile sogar weltweit.
Wenn man all Deine Aktionen verfolgt, Deine Tätigkeitsbereiche, Deine Produktionen, .... man könnte meinen Du bist bereits über 50 Jahre im Geschäft... Hand aufs Herz: bist Du ein Workaholic?
Nein, das bin ich wirklich nicht. Ich brauche sogar sehr viel Freizeit für mich. Tanz hat viel mit Kreativität zu tun und die kommt einem nicht immer zugeflogen. Oft brauche ich Abstand zur Musik und dann wieder ertrinke ich darin. Sicherlich habe ich schon viel erlebt und viel gearbeitet aber wie sagte meine Oma immer "ohne Fleiß kein Preis!“
Was ist Dein Lebensmotto?
Man sagt immer so schön "lebe den Tag" aber in der nächsten Sekunde ist der Satz wieder vergessen und man ist von Alltagsproblemen gefangen. Wie zahle ich die nächste Miete, wann muss das Auto zur Inspektion, wann der nächste Zahnarzttermin, ........ all das gehört zum Leben dazu und man kann nicht nur "den Tag leben". Also denke ich mir: lebe bewusst und genieße die schönen Dinge. Das ist auch mein Lebensmotto. Ohne Wolken gäbe es keinen Sonnenschein und ohne Alltagsstress keine schönen Momente. Die Kunst ist es beides ausgeglichen zu erleben. |