Wann bzw. wie hast Du zum ersten Mal Deine "Aerobic-Ader" entdeckt?
Spaß an Step-Aerobic hatte ich sofort beim ersten Mal, als ich zum Kurs ging. Damals gab es noch keine CDs und alle Trainer haben normale Kassetten abgespielt. Die Lieder waren nicht so zusammen gemischt wie heute und das Tempo variierte ständig…. Das Aerobic-Fieber hat mich in Stockholm in Schweden gepackt. Dort habe ich im Rahmen eines Stipendiums einige Monate verbracht und geriet durch Zufall in eine Aerobic-Stunde in einem schwedischen Fitness-Studio. Es war großartig. Tap-Freier Aufbau und tänzerische Bewegungen, die aus normalen Aerobicschritten entwickelt wurden. In dieser Stunde habe ich gewusst, dass ich es auch genau so toll unterrichten möchte. Damals wusste ich aber noch nicht, dass es Menschen gibt, die als Presenter tätig sind. Das kam später…
Hattest oder hast Du ein Vorbild in der Aerobic-Szene?
Ich finde, es ist schwierig, nur eine einzige Person als Vorbild zu haben, denn in der Aerobic-Szene gibt es viele sehr gute Presenter mit unterschiedlichen Stilen. Da muss ich einfach einige Namen nennen wie Christiane Reiter, Rebecca Small, Robert Steinbacher, Mark O. Kluike oder Tom Woll. Jeder dieser Presenter ist anders und von jedem kann man noch viel lernen.
Wann und wo warst Du zum ersten Mal auf einer Convention-Bühne gestanden und welche Masterclass war das?
Es gab schon mehrere Specials in Polen und in Deutschland mit mir, aber einen "richtigen" Auftritt habe ich erst nach der IFAA Master Trainer Ausbildung erlebt. Das war im Oktober 2004, als mich die IFAA nach Heidelberg einlud. Ich hatte wirklich Angst und konnte vor Aufregung kaum schlafen. Damals holte Christiane Reiter mich auf die Bühne und stellte mich vor. Schon nach einigen Minuten, als ich sah, dass es den Leuten Spaß machte, wurde ich lockerer und zum Schluss total entspannt.
Gibt es ein bestimmtes Erlebnis von Dir auf der Bühne, welches Du nie vergessen wirst?
Oh ja! Das war meine erste Stunde auf einem Kongress in Polen. Dadurch, dass ich nicht ausgeschlafen war und momentan Kurse nur in Deutschland und in deutscher Sprache gebe, war es für mich zu dieser frühen Uhrzeit extrem schwierig, mich für eine Sprache Deutsch, Englisch oder Polnisch zu entscheiden! Nach 25 Minuten fiel auch noch das Mikro aus und ich musste die Stunde nur mit Cueing weiterführen. Die Leute hatten viel Spaß, obwohl ich nicht weiß, ob irgendjemand etwas von dem, was ich in den ersten 25 Minuten gesagt habe, verstanden hat!
Convention Deutschland - Convention Polen: Gibt es da Unterschiede?
Es ist für mich jedes Mal ein tolles Erlebnis. Und wenn es um die Leute geht, die an Kursen teilnehmen, würde ich sagen, dass es keine Unterschiede zwischen deutschen und polnischen Teilnehmern gibt. Aus organisatorischer Sicht betrachtet, ist die Fitness-Szene in Polen wesentlich kleiner. Conventions in Polen werden mit viel Elan ausgerichtet und mit jedem Jahr werden sie besser. Am besten sollten die Deutschen selbst hinfahren und es erleben. Die Polen freuen sich immer, wenn eine Person oder eine Gruppe aus dem Ausland anreist. Gäste werden in Polen freundlich und warm angenommen.
Wenn Du ein Land Deiner Wahl frei hättest, in welchem würdest Du am liebsten mal auf der Convention-Bühne stehen?
In jedem Land, in dem es Leute gibt, die Freude an Aerobic haben.
Was ist Dein "Motivations-Geheimnis"?
Immer den Teilnehmern in die Augen schauen, niemanden im Raum vergessen!
Was ist für Dich ein absolutes Don't in einer Aerobic-Masterclass?
Nachfragen, warum keiner lächelt…
Wie reagierst Du auf Zickenalarm im Kursraum?
Ich tue so, als ob ich es nicht gesehen hätte. Ich suche mir immer Leute im Kurs, denen man anmerkt, dass sie gerne da stehen und Spaß an der Sache haben. Dann mache ich die Stunde für diese Teilnehmer! Und zum Schluss sind "die Anderen" meistens auch zufrieden.
Siehst Du Dich selbst mehr als Animateur oder als Trainer?
Ich denke beides. Trainer war ich von dem Moment an, als ich das erste Mal vorne stand. Mit der Zeit sammelt man Erfahrungen und merkt, dass die Teilnehmer nicht nur zum Training in das Studio kommen. Die wollen animiert werden, sehr oft einfach ihre Laune verbessern. Das muss man unbedingt im Auge behalten und Rücksicht darauf nehmen.
Hast Du schon mal im Ausland als Animateur gejobbt?
Nein. Nur als Trainer. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Leute waren entspannter und dadurch auch glücklicher. Tolle Erinnerung.
Welche Ziele hast Du für die nächsten Jahre?
Mich weiter zu entwickeln und so viele Menschen wie möglich mit Aerobic glücklich zu machen.
Was ist Dein Lebensmotto?
To B who U are. Was für mich bedeutet sich selbst zu sein, an sich selbst zu glauben und sich nicht runter ziehen zu lassen.
Vielen Dank für dieses nette Interview und viel Erfolg weiterhin! Die Aerobic Company. |