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About Vaso Januzovic

Ein "Münchner Kindl" mit kroatischen Wurzeln

Internationaler Presenter

Choreograph von ShowGroups

Ashtanga Yoga-Lehrer

Referent für Wirbelsäulengymnastik

Ausbilder im Workshopbereich

DFAV-A-Lizenzierter AerobicInstructor


Vaso Januzovic

Vaso Januzovic

Vaso Januzovic


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Interview mit Vaso Januzovic

Wann und wie bzw. warum fingst Du überhaupt mit Aerobic an?

Ich war damals übergewichtig und hasste Ballsportarten. Fussball stand an der Tagesordnung in der Schule. Ich fand es faszinierend wie sich Madonna, Janet Jackson, etc. bewegten und wollte es Ihnen nachmachen. 1988 lernte ich meine ersten Standardtänze. Nach dem ich erkannte, daß Standard nicht meins ist, fand ich 1990 den Spass an Jazz und Aerobic.

Hattest oder hast Du ein Vorbild in der Aerobic Szene?

Vorbilder: Calvin Wiley, Lucia Schmidt, Marcus Irwin, Magnus Ringberg

Seit wann unterrichtest Du und seit wann bist Du als Presenter bekannt?

Ich unterrichte seit 1993 und meine erste Convention ist ca. 4 Jahre her.

Deine allererste Convention - welche war das, was hast Du unterrichtet und wie war es für Dich?

Die erste große Convention war die FIBO in Essen. Ich durfte Wirbelsäule und Mixed Impact unterrichten. Es war aufregend. Ich machte mir Tage vorher Gedanken, ob ich den Aufbau im Mixed Impact hinkriege, ob die Teilnehmer mitkommen, etc. Die Teilnehmer waren offen und haben mich super toll unterstützt. Es war ein tolles Erlebnis.

Auf der Bühne hast Du sicherlich schon einiges erlebt - was waren Deine besten Momente?

Lass mal überlegen, es sind eigentlich immer Kleinigkeiten gewesen... Einmal hatte ich eine Bühne, die über 2 m hoch war und ich über eine Leiter auf die Bühne kam. Da ich sehr gross arbeite, hatte ich immer Angst von der Bühne zu fallen. Ein anderes Mal hat mein Flieger 6 Stunden Verspätung (Schneechaos!) und ich kam quasi auf die Bühne angeflogen, nichts gegessen, zu wenig getrunken, 2 Masterclasses gehalten, wieder zurück zum Flieger und ab nach Hause. Das war ein Tag.

Erzählst Du uns auch Deine schlimmsten oder peinlichsten Momente von Dir auf der Bühne?

Ein Fitness Center hat für seine Mitglieder eine Aerobic Convention veranstaltet und mich als special guest eingeladen, obwohl ich dort schon seit Jahren unterrichtete. Als der Inhaber die Presenter vorstellte und mich aufrief fiel er mitten auf der Bühne auf die Knie und huldigte mir. Das war mir so unangenehm und megapeinlich, ich wollte nur noch in den Erdboden versinken.

Jetzt hast Du schon viele Auftritte auf Conventions gehabt - wirst Du immer noch aufgeregt oder nimmst Du es jetzt ganz locker?

Aufgeregt bin ich nicht mehr. Es gehen immer die wildesten Gedanken vorher durch den Kopf. Was machst Du wenn die Musikanlage nicht geht? Was ist wenn der Aufbau nicht klappt? etc.

Auf der Bühne kommt es sehr viel auf Motivationskünste an - Welche Motivations-Tipps könntest Du uns geben?

Meine Auffassung ist folgende: "Motivation kommt von innen. Wenn der Job 100% Spass macht, dann strahlst Du das aus und reisst die Leute von alleine mit. Es ist die Natürlichkeit, die die Leute an Dir schätzen." Es gibt zwar verschiedene Motivationstechniken, wie Klatschen, Musik, Blickkontakt etc. Nur, was nutzt einem die beste Musik und der beste Motivationslehrgang wenn der Motivator nicht motiviert ist zu motivieren?!

Wenn ein Trainer Dir gegenüber den Wunsch äußert Presenter zu werden, welchen Rat würdest Du ihm geben?

Hart dran bleiben und eine Menge Geduld mitnehmen. Es ist in Deutschland unglaublich schwer Presenter zu werden.

Was unterrichtest Du am liebsten, was am wenigsten gerne?

Am liebsten Tanz, sei es auf dem Step, Stuhl, Boden... Hauptsache Tanz und dann kommt noch Yoga, Stretch und Wirbelsäule dazu. Am wenigsten: Tone, BBP, und wie diese Stunden sonst noch heissen...

Was meinst Du, welche Ausbildungsschwerpunkte sollte man für Aerobic-TrainerInnen setzen?

Anatomie und Physiologie: Leider sehe ich noch viele Instruktoren, dessen Wissen in Anatomie und Physiologie dürftig ist. O.k., es ist trocken, aber wir arbeiten ständig mit dem Körper anderer Menschen und unserem Körper. Ich gebe ja mein Auto nicht dem Tischler, sondern dem Automechaniker zur Reparatur.

Aufbau, Technik und Koordination: Viele Instruktoren machen sich das Leben schwer, weil die Grundlage für den Choreoaufbau und die verschiedenen Techniken (Drehungen, Sprünge) fehlt. Ein ganz heisser Tip: Geht in Stunden mit schwieriger Choreographie, lernt neue Tanzstile kennen, um so den Horizont zu erweitern und neue koordinative Fertigkeiten zu erlernen.

Kundendienstleistung: Deutschland ist nach wie vor eine Servicewüste und es wird noch Jahrzehnte dauern bis wir auf das Niveau der USA oder Schweiz kommen. Höflichkeit, aktives Zuhören sind Tugenden, die in unserem Schulsystem nicht gelehrt werden und wurden.

Was willst Du in den nächsten Jahren noch schaffen, was sind Deine Ziele?

Meine Presentertätigkeit zu intensivieren und auszubauen. Alles was ich gelernt habe zu verbessern, zu perfektionieren und anderen Menschen weiterzugeben. Neue Grenzen und Neues kennenlernen.

Zur Zeit machst Du viel Sport und verdienst damit Deinen Unterhalt - wenn Du aber keinen Unterricht mehr geben könntest, was würdest Du dann machen wollen?

Ich bin in der glücklichen Lage nicht nur vom Sport zu leben. Vor 3,5 Jahren habe ich beschlossen den Sport etwas runterzuschrauben und mich an einen Schreibtisch zu setzen. Es ist zwar eine Doppelbelastung, aber ich bin international unterwegs und lerne viele Menschen, Kulturen und Länder kennen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ehrlich gesagt, habe ich mir keine Gedanken gemacht, über das Danach. Ich bin ein Steh-auf-männchen und irgendetwas fällt mir dann schon ein.

Warum, glaubst Du, bist Du erfolgreich geworden?

Ich glaube weil ich mit meiner Natur andere Menschen anspreche und ich mich nicht verstelle. Ich bin, wie ich bin. Ich weiss, daß ein Teil meines Erfolges davon herrührt, daß ich Sachen mache, hinter denen ich 100% stehe und vertrete.

Was hast Du für ein Lebensmotto?

Für die verschiedensten Phasen gibt es eines, aber kürzlich erst hat mich folgendes wachgerüttelt:

"Freedom comes when you learn to let go, creation comes when you learn to say no." (Madonna)

Es ist das NEIN zum normalen, NEIN zum Zwang oder einfach nur "NEIN!" sagen. Befreie Dich von allen Muss anderen oder anderem gegenüber und Du wirst frei und kreativ. Es ist ein unglaubliches Gefühl so etwas zu erleben.

Aerobic Company bedankt sich für dieses Interview.

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